2301 Wohnungsbau Nürnberg Radrennbahn

Neubau einer Wohnanlage mit Wohnungen als Mehrfamilien- und Stadthäuser, Gewerbeeinheiten, Kita und gemeinsamer Tiefgarage

, Nürnberg, LP 1-5, BGF O.I. 42.503 m²

Tragwerksplanung: Lang Ingenieure GmbH + Co. KG
Bauphysik: Imakum GmbH
Technische Gebäudeausrüstung: TGA Erlangen Planungsbüro für Gebäudetechnik
Elektroplanung: SL Elektroplanung GmbH
Freianlagen: WLG Wollborn LandschaftsArchitekten PartGmbB
Brandschutz: Peikos Ingenieure GmbH

Im Stadtteil Reichelsdorfer Keller, ca. 10 km südlich vom Stadtzentrum Nürnbergs entfernt, liegt das Baugrundstück zwischen Keller- und Vorjurastraße auf dem Gebiet einer ehemaligen Radrennbahn. Auf Grundlage des Bebauungsplans Nr. 4654 „Ehemalige Radrennbahn“ mit Grünordnung entsteht hier ein heterogenes Wohnquartier mit Gewerbeeinheiten und Kita. Das Grundstück ist, anders als die Teilung im Bebauungsplan in WAs, in drei Bauabschnitte gegliedert. Es entstehen, verteilt auf 18 Gebäude, 276 Wohnungen, 1 Kindertagesstätte mit zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen, bis zu 4 Gewerbeeinheiten und eine zusammenhängende Tiefgarage.

Das Quartier zeichnet sich durch eine große Heterogenität nicht nur in der Nutzung, sondern auch in der unterschiedlichen Maßstäblichkeit, Höhenentwicklung, Körnigkeit und den verschiedenen Wohnformen aus. Zusätzlich dazu sorgt die wechselnde Farbigkeit der Baukörper für eine bessere Orientierung im Quartier. Als Wohnformen gibt es kleine und große Mehrfamilienhäuser sowie Reihenhäuser, die Geschossigkeit variiert zwischen zwei und fünf Geschossen. Im Zentrum der Anlage zieht sich ein großzügiger Grünstreifen von Ost nach West. Dieser dient sowohl der Durchwegung des Quartiers, als auch der Positionierung von wohnungsnahen Kinderspielflächen. Außerdem befinden sich die unterirdischen Regenrückhaltebecken der Dachentwässerungen in diesem Bereich.

Alle Gebäude erhalten gemäß Bebauungsplan ein Flachdach. Die Bauweise im BA 1 ist holzhybrid und in den BA 2+3 als massive Bauweise geplant. Der BA 1 soll komplett barrierefrei gemäß DIN 18040-2, die BA 2+3 barrierefrei gemäß BayBO, Art. 48 ausgeführt werden. Grundsätzlich wird bei den Mehrfamilienhäusern eine hohe Flächeneffizienz durch innenliegende, kompakte Treppenhäuser erzeugt. Die Wohnungen sind überwiegend mehrseitig orientiert und erhalten großzügige Freisitze. Die Gewerbeeinheiten haben die Möglichkeit zum flexiblen Ausbau.

In der Freianlagenplanung wird rücksichtsvoll mit dem vorhandenen Bestandsgrün umgegangen. Der alte Baumbestand bleibt weitestgehend als „grüner Rahmen“ erhalten. Ebenso wird durch den Erhalt eines Teils der Steilkurve ein kleiner Erinnerungsort an die alte Radrennbahn und die damit verbundenen Erinnerungen geschaffen. Zwischen den Baukörpern wird ausreichend Privatsphäre durch die Ausgestaltung der Freiflächen geschaffen.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielen eine zentrale Rolle im Konzept. Regenwasser wird auf den Dächern und der Tiefgaragendecke zurückgehalten und genutzt, während Biodiversitätsdächer mit Photovoltaikanlagen und Fassadenbegrünungen zur ökologischen Qualität beitragen. Zudem erfolgt eine Entsiegelung der Flächen. Das Energiekonzept orientiert sich am Effizienzhausstandard EH40 und gewährleistet damit einen ressourcenschonenden und zukunftsfähigen Gebäudebetrieb.

Ziel ist es, das DGNB Gold Siegel für das neue Quartier zu erhalten.