B1901 WB München Freiham WA 15/WA 17

München, BGF O.I. 10.095 m²

Entscheidend ist damit nicht nur dass wir bauen, sondern was und wie wir bauen. Dabei wird die soziale Nachhaltigkeit der neuen Gebäude den Charakter der Quartiere und Städte mehr prägen als Energieeffizienz oder elaborierte Fassaden mit „Pfiff“. Die städtebaulichen Konzepte neuer Quartiere sollten eigentlich nicht mehr auf hochwertige, durch viele Gremien optimierte Fassaden angewiesen sein. Vielmehr sollten sie in robusten Stadträumen die Abbilder von Alltäglichkeit und Vielfalt zulassen, Experiment fördern und Banalität aushalten.
Ziel des Konzeptes ist es, diesen Ansatz in Freiham auf den Grundstücken des WA 15 und WA 17 als Experiment entlang der Leitlinien von „Zurück zu den Wurzeln“ zu versuchen. Die städtebauliche Randlage zum Sportpark nach Westen und dem Bildungscampus im Süden erscheint hierfür „robust“ genug.
Die Gebäude erhalten ihre Prägung durch Flexibilität, Aneigungs- und Wandlungsfähigkeit. Die Produktionsbedingungen ihrer Entstehungszeit bleiben sichtbar – Vorfertigung, Modularität und Stapelung sind gleichzeitig die Struktur- und Gestaltungsprinzipien. Die Gestaltung der Fassade folgt keinem Bild sondern entwickelt sich aus der Struktur und der Aneignung durch die Bewohner. Die Förderung von Durchlässigkeit, Begegnung und Kommunikation geschieht in den Häusern, wie auch auf der Ebene der Vernetzung mit dem Quartier.
Es werden große Häuser mit zwei baulichen Rettungswegen vorgeschlagen, so dass die Innenhöfe frei von Feuerwehrflächen ein hohes Maß an Nutzungs-, Aufenthalts- und Aneigungsqualitäten behalten. Zur Förderung der Hausgemeinschaft gibt es trotz der Größe der Häuser mit 2 Treppenräumen (WA 15) und 3 Treppenräumen (WA17) jeweils nur einen Haupteingang. Dieser wird in Zusammenhang mit geeigneten Erdgeschossnutzungen, Aufzug und Haupttreppe großzügig als Begegnungsort bis in die oberen Etagen inszeniert.