Maier Neuberger Architekten 2106 PLK.MNA.Wohnungsbau.Regensburg.Prinz-Leopold-Kaserne

2106 Wohnungsbau Regensburg Prinz-Leopold-Kaserne

Neubau einer im Betrieb klimaneutralen Wohnanlage mit Kita, Gewerbeflächen, Tagespflege, soziokulturellen Nutzungen und Tiefgaragen

, Regensburg, LP 1-9, Generalplanung, BGF O.I. 60.000 m²

Bauherr: Stadtbau-GmbH Regensburg
Generalplanung: MAIER.NEUBERGER.ARCHITEKTEN GmbH
mit
Planung Hülle: PALAIS MAI Architekten, München
Landschaftsarchitekten: Grabner Huber Lipp, Landschaftsarchitekten
Bauphysik: Kurz+Fischer, Kirchheim
Brandschutz: K33 Brandschutz, München
Ausschreibung und Bauleitung: MAIER.NEUBERGER.BAUMANAGEMANT GmbH, München


STÄDTEBAULICHE STRUKTUR UND QUARTIERSATMOSPHÄRE
Das städtebauliche Konzept für den neuen Stadtteil auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne in Regensburg von ISSS research Architekten und Bauchplan Landschaftsarchitekten sieht eine klassische, raumbildende städtebauliche Struktur vor. Das Quartier ist als ein soziales und ökologisches Modellprojekt konzipiert, das auch mit neuen Mobilitätskonzepten und Quartiersgaragen Stellplätze reduzieren und Tiefgaragen minimieren soll. Zentrales Element ist ein diagonal verlaufender Quartierspark, der nach Norden und Süden an bestehende Grünstrukturen anbindet.

Die drei Wohnhöfe der Stadtbau-GmbH Regensburg liegen in zentraler Lage im unmittelbaren Anschluss an diesen Park und werden die ersten Neubauten im Quartier sein. Sie werden im Hinblick auf die Ziele des Quartiers dessen Maßstab und Atmosphäre maßgeblich prägen. Chance und Aufgabe dieser Initialprojekte ist es daher in erster Linie, eine überzeugende soziale, architektonische und freiräumliche Interpretation des Modellprojektes zu entwickeln, in das sich die innovativen technischen Themen möglichst selbstverständlich einfügen. Es geht also im Schwerpunkt um ein Musterprojekt im Hinblick auf die zukünftige Quartiersatmosphäre. In diesem Zusammenhang werden auch Modifikationen der Bauraumzuschnitte und eine punktuell akzentuiertere Höhenentwicklung von bis 7 zu Geschossen vorgeschlagen.

Die Blockstruktur im Bebauungsplanentwurf öffnet sich punktuell zu Nachbarhof oder Parkanlage. Dieses Motiv wurde aufgegriffen und konkretisiert. Die Raumlenkung durch die Öffnungen hindurch wurde durch die Betonung der Enden gestärkt, um zugleich das Potential von dreiseitig belichteten Wohnungen an diesen Stellen zu vergrößern (Referenz Paul Mebes, Reformblöcke der Moderne). Die Öffnungen wurden in MU2 und MU8 an die siebengeschossigen Hochpunkte gelegt, im MU4 verspringt die süd-östliche Bebauung parkseitig. So wird das Raumkontinuum vom Park bzw. Fußgängerzone Richtung Hochpunkt und ins Blockinnere besser erlebbar. Zu den verkehrsbelasteten Straßenseiten zeigen sich die Blöcke aus Schallschutzgründen geschlossen. Insgesamt wird durch Baukörpertiefen und –höhen versucht, Geschossfläche weg von den Straßen und hin zum Quartierspark zu verlagern.

Der hohe gestalterische Anspruch ist in Kombination mit dem Ziel eines auch technisch innovativen Modellprojektes, den parallelen Erschließungsarbeiten und dem ambitionierten Fertigstellungstermin in 2024 eine logistische Herausforderung an alle handelnden Akteure, die nur mit einem hohen Maß an Teamfähigkeit und lösungsorientiertem, pragmatischem Handeln zu schaffen sein wird.


ARCHITEKTONISCHE UND GESTALTERISCHE QUALITÄT
Die Terminvorgaben erfordern einen systematisierten Bauablauf mit bewährten und vorgefertigten Konstruktionen. Unter Beachtung der Aspekte der Nachhaltigkeit wird dies über eine Holz-Hybrid-Bauweise umgesetzt. Das Ziel der architektonischen Haltung ist nicht das individuelle Detail sondern das Zusammenwirken der einzelnen, einfachen Teile zu einer wirkungsvollen Übersumme – die ablesbare Fügung der Einzelelemente, die unterschiedlichen Gliederungen der Fassaden, die ablesbaren, ähnlichen aber nicht gleichen Häuser und Hausgrößen mit differenzierten Gebäudehöhen und großzügigen Durchgängen, die in Nuancen variierenden Farbakzente und Strukturen der Bekleidungen, das leicht springende Relief der Außenwände und Balkone – dies alles erzeugt räumliche Dichte und Komplexität, die zu einer lebendigen Quartiersidentität beitragen kann.


SYSTEMHÄUSER UND GRUNDRISSVARIABILITÄT
Die Gebäude basieren auf ähnlichen Grundstrukturen. In der Kombination aus einer tragenden Stahlbetonstruktur und hochgedämmten, vorgefertigten Außenwänden in Holzrahmenbauweise entstehen wirtschaftliche, nachhaltige Gebäude mit minimierter CO2-Bilanz. Die Erdgeschosse sind durchgehend mit einer Geschosshöhe von 4,50 m ausgebildet, so dass überall Sondernutzungen oder alternativ eine Wohnnutzung mit Hochparterre und z.B. gartenseitig größerer Raumhöhe möglich ist. Die Fassadenbereiche in Holzrahmenbauweise erhalten hinterlüftete Bekleidungen aus Recyclingaluminium, die Erdgeschosse werden mineralisch in Stahlbeton oder verputzt ausgeführt.